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Klaipėda Print

Einwohnerzahl 203.000

Entfernung von Vilnius 318 km

In historischen Quellen taucht die Stadt seit dem 13. Jh. auf. Die Kreuzritter des Schwertbrüderordens hatten am Fluss Nemunas eine Burg errichtet. Die Stadt wurde Memel genannt (nach dem Fluss, den die Deutschen die Memel nannten). Dieser Name lebt auch heute. Die ersten deutschen Kolonisten kamen aus Hollstein, Dortmund und Lübeck hierher. Über 500 Jahre stand die Stadt unter deutscher Herrschaft.

Die Einwohner der Stadt lebten von Landwirtschaft, Handwerk und Handel. Als Klaip ė da im 18. Jh. den Status als Festungsstadt verlor, nahm hier der Fischfang zu.

Zu dieser Zeit errichtete man ein Theater, das in der ersten Hälfte des 19. Jh. zu einem kulturellen Mittelpunkt in Westlitauen wurde. Der berühmte deutsche Komponist Richard Wagner hat hier eine Saison als Dirigent gearbeitet. Heute befindet sich in diesem Gebäude das Dramatische Theater Klaipėda.

Im Zentrum des Theaterplatzes steht ein Brunnen, der an den deutschen Dichter Simon Dach errinnert (wurde Anfang des 17. Jh. in Klaipėda geboren). Inmitten des Brunnens steht eine bronzene Figur Ännchens von Tharau, die von Simon Dach besungen wurde.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Klaipėda von Deutschland abgetrennt und unter französische Verwaltung gestellt. Erst 1923 wurde das Gebiet als litauisches Territorium anerkannt. Im März 1939 trat es wieder für sechs Jahre an Deutschland ab.

Der Seehafen von Klaipėda ist von äusserst grosser Bedeutung für die Wirtschaft des Landes. Er wurde Anfang des 16. Jh. durch Danziger Kaufleute errichtet. In der Zwischenkriegszeit begann unter litauischer Herrschaft ein rascher Ausbau des Hafens. Derzeit wird er rekonstruiert und modernisiert.

Klaipėda ist heute die drittgrösste Stadt Litauens. Die Stadt verläuft über 15 km als ein 2-3 km breiter Streifen am Kurischen Haft entlang. Es ist ein wichtiges kulturelles wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum Westlitauens.

Klaipeda entwickelte sich nicht nur zu einer wichtigen Industrie – und Hafenstadt, sondern auch zu einem vielbesuchten Kurort. Auch kulturell hat die Stadt viel zu bieten: sechs Theater, den Konzertsaal, das Schmiede_ und das unikale Uhrenmuseum. Direkt an der Hafeneinfahrt wurde in Klaipėda 1979 das Meeresmuseum mit dem Delfinarium und Aguarium gegründet. Es ist eins der reichsten und grössten Meeresmuseen in ganz Europa.

 
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